Leistungszentrum des LSV Wien

Folgendes Statement des Sportdirektors des OSV zum Thema Leistungszentrum ist beim LSV Wien eingelangt. Dieses wird hier unverändert und ungekürzt wiedergegeben: 

 

Lieber Wolfgang! Liebe Kollegen, Vereinsverantwortliche und interessierte Leser!

Vor nunmehr zwei Wochen habe das erste Mail zum Thema „Leistungszentrum Wien“ erhalten. Die Emotionen gingen teilweise sehr hoch und ich entschloß mich etwas abzuwarten mit meiner Antwort, dies auch aus dem Grund da ich mit Vorbereitungen für Großevents eingedeckt gewesen bin. Gerade bin ich im Flugzeug und reise mit dem Team zur WM an. Von den 8 Athleten die am Start sein werden, trainieren 8 in einem Leistungszentrum und zwei weitere die Limits erfüllt haben, aber nicht mitgenommen werden konnten, ebenso.

 

Von den fünf Athleten bei der Junioren-EM, welche eine tolle Performance gezeigt haben, können wir alle einem Leistungszentrum zurechnen. Der moderne Schwimmsport geht mit so vielen Dingen einher, dass er auf einer reinen Vereinsbasis heute nicht mehr zu bewältigen ist, wenn man leistungsorientiert denkt. Im Bundesleistungszentrum Südstadt können wir leider nicht allen Anfragen entsprechen, so groß ist der Andrang, ebenso in Linz. In anderen Bundesländern geht ebenso die Tendenz zu einem gemeinschaftlichen Training.

 

In der Regel wird von jungen Sportlern nicht ein Verein ausgewählt auf Grund der Leistungen die dort erbracht werden, sondern wegen der lokalen Gegebenheiten. Ich verstehe nicht die Ängste der Vereine, vor etwas das Verbesserung bringen kann. Die Sportler werden auch in Zukunft für den gleichen Verein an den Start gehen und sollte es anders sein, wissen wir alle, dass man Reisende nicht aufhalten kann.

 

Primär sollte der Athlet im Vordergrund stehen. Steht nicht in den meisten Statuten von Vereinen und Verbänden die Pflege und Förderung des Schwimmsports verankert? Wie kann dies ein Landesverband am Besten umsetzen? In dem man die besten Leute gemeinsam trainieren lässt. Die Umsetzung mit einer vereinsunabhängigen Trainerin ist hierfür wohl der beste Ansatz. Ich denke, dass in erster Linie die gemeinsame Zielsetzung geklärt werden muss. Sollte diese anders lauten als „ Unterstützung und Förderung unserer Sportlern zur Erreichung ihrer Leistungsziele“, dann braucht man auch nicht über ein Leistungszentrum nachdenken. Leistungsziele definieren sich selbstverständlich in internationalen Zielsetzungen, dies ist nicht eine Vorgabe meinerseits als OSV, sondern wird uns durch die Fördergeber auch entsprechend vorgegeben. Somit brauchen wir entsprechende Leistungen und nicht Erfolge, welche sich durch Medaillen auf nationaler Ebene definieren. Persönlich bin ich seit meinen Anfängen als Trainer immer für Leistungszentren gewesen und war bereit „meine“ Sportler auf ihrem Weg zu unterstützen. In der Zeit von 2014 bis 2016 in Wien habe ich selbst versucht einen gemeinsamen Weg mit anderen zu beschreiten, was aber nur bedingt angekommen ist. Aus dieser Zeit stammt auch das Chart im Anhang, welches die rückläufige Entwicklung des Wiener Schwimmsports mit fortschreitendem Alter der Sportler über die letzten Jahrzehnte aufzeigt. Wir brauchen nicht denken, dass wir die gleichen Erfolge mit den selben Mitteln wie vor ungefähr 15- 20 Jahren erreichen können. Dazu ist die Leistungsentwicklung zu weit fortgeschritten.

 

Mein Appell an den Schwimmsport in Wien, welchem ich auch entstamme, ist einen gemeinsamen Weg zu beschreiten mit einem Blick weit hinaus über den städtischen Tellerrand und das Wohl der Sportler in Vordergrund zu rücken. Nur wenn alle Kräfte in die gleiche Richtung ziehen, werden wir dem gemeinsamen Ziel näher kommen.

 

Für ein gemeinsames Gespräch und Unterstützung stehe ich gerne zur Verfügung. Vielleicht finden wir die Zeit in Innsbruck um einen Termin im September zu finden wo sich alle einbringen können um den Sport in den Vordergrund zu rücken. Abschließen möchte ich nur mit einem Zitat zum Nachdenken „Die höchste Form des Wahnsinns ist es, Alles beim Alten belassen zu wollen und auf Veränderung zu hoffen!“

 

Sportliche Grüße,

Walter Bär

Österreichischer Schwimmverband Sportdirektor

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Schwimmen ist eine der beliebtesten Sportarten und hat in Wien eine lange Tradition. Unter dem Dachverband des Landesschwimmverbandes Wien finden sich alle in Wien verzeichneten Vereine, die sich dem Schwimmsport widmen. Dabei sind die Kinderschwimmkurse, die den sportlichen Nachwuchs fördern, genauso wichtig wie Seniorengruppen, die zumeist den gesundheitlichen Aspekt in den Vordergrund stellen. Besonders wichtig sind auch unsere Athleten, die den Schwimmsport professionell betreiben und in den Disziplinen Freistilschwimmen, Brustschwimmen, Schmetterlingsschwimmen und Lagenschwimmen an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmen.

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